Arzberg, 01.08.2022, von Joshua Petzold

Waldbrand Elbe-Elster

Ein verheerender Waldbrand forderte den Einsatz des Technischen Hilfswerks mit insgesamt 15 Ortsverbänden aus 4 Bundesländern zur Unterstützung der Feuerwehr.

Am Montag, den 25.07.2022 bemerkten Anwohner einen Brand im Waldgebiet an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen im Landkreis Elbe-Elster. Sofort alarmierte die zuständige Leitstelle mehrere Feuerwehren aus Brandenburg und Sachsen zur Einsatzstelle. An dieser Stelle ahnte jedoch noch keiner der Beteiligten, welches Ausmaß dieser Waldbrand annimmt.

Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, da durch die anhaltende Trockenheit Bäume und Sträucher sehr schnell Feuer fingen. Zudem zog am Abend ein starker Wind auf, welcher die Brandausbreitung begünstigte. Insgesamt standen circa 1100 Hektar in Flammen. Das Gebiet war zudem teilweise munitionsbelastet, weshalb die Löscharbeiten zum Teil stark erschwert wurden.

Bereits am Montag alarmierte die Feuerwehr auch das Technische Hilfswerk (THW) zur Unterstützung. Ein Fachberater aus dem Ortsverband Leipzig kam zum Einsatz. Der Fachberater beriet die Einsatzleitung und den Führungsstab zu möglichen Einsatzaufgaben des THW.

Am Abend des 28.07.2022 lag schließlich ein Einsatzauftrag für das THW vor. Darin enthalten war der Auftrag die Löschwasserversorgung an der Ortslage Kötten sicherzustellen. Zum Einsatz kamen am folgenden Tag der Zugtrupp aus dem Ortsverband Leipzig zur Erkundung der Strecke und zur Koordinierung der Kräfte und Mittel des THW. Am 29.07.2022 machten sich acht Fachgruppen Wasserschaden/Pumpen (WP) aus den Ortsverbänden Bamberg, Forchheim, Naila, Borna, Eilenburg, Aue-Schwarzenberg, Rudolstadt/Saalfeld und Senftenberg auf dem Weg zur Einsatzstelle. Ihre Aufgabe war es eine Wasserförderungsstrecke von insgesamt 5,3 km aufzubauen und zu betreiben.

Zum Einsatz kamen insgesamt sieben Großpumpen mit Förderleistung von 5.000l bis 15.000l/min. Das Wasser wurde an der Ortslage Strehla aus der Elbe entnommen und wurde in Pufferbecken bei Kötten gepumpt. Hier wurde ein 30.000l Pufferbecken aufgebaut aus welchem die Tanklöschfahrzeuge ihr Löschwasser entnehmen konnten. Bei Bedarf hätten auch Hubschrauber zur Löschwasserentnahme dieses Becken anfliegen können. Die Förderstrecke wurde Rund um die Uhr betrieben, um eine ausreichende Löschwasserversorgung sicherzustellen.

Im Verlauf kam zusätzlich die Fachgruppen WP aus den Ortsverbänden Kronach zur Unterstützung, um Personal und Material zu stellen. Des Weiteren kam der Fachzug Logistik aus dem Ortsverband Grimma zum Einsatz. Dieser stellte einen Teil der Verpflegung für die THW-Kräfte sicher und betankte Einsatzfahrzeuge aller Hilfsorganisationen. Zusätzlich kamen in der Nacht von Freitag auf Samstag die Fachgruppen Notversorgung und Notinstandsetzung aus Leipzig und Torgau zum Einsatz, um ausgewählte Einsatzorte zu beleuchten. Die Fachgruppe Räumen aus Leipzig unterstützte die Feuerwehr um Wege im Wald befahrbar zuhalten und zu beräumen.

Zur Unterbringung der Einsatzkräfte stellte das Landratsamt Nordsachsen ein altes Rittergut zur Verfügung. Eine Bergungsgruppe aus dem Ortsverband Leipzig bereitete die Unterkunft für die im Einsatz befindlichen Kräfte vor und richtete diese ein.

Insgesamt kamen 700 Kräfte aus Feuerwehr, Bundeswehr und weiterer Hilfsorganisationen zum Einsatz, um dem Waldbrand ein Ende zu setzen. Am Sonntag, den 31.07.2022 war es zum Teil geschafft. Gegen 14 Uhr meldete die Feuerwehr auf Sächsischer Seite: „Feuer aus!“ Das Technische Hilfswerk war mit 15 Ortsverbänden und 13 Fachgruppen vor Ort.


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