Leipzig, 04.10.2017, von Eric Bahrdt

Übungsgelände erweitert

Der THW-Ortsverband Leipzig besitzt neben dem eigentlichen Hauptgebäude mit Werkstatt und einer großen Halle für 15 Fahrzeuge auch ein weitläufiges Übungsgelände. Neben einer eigenen Straßenbahn mit 30 m Gleis und einem „Bunker“ mit ca. 9 m² Grundfläche entstand in den vergangenen Monaten eine großzügige Trümmerlandschaft.

Zunächst erkennt man zwischen Ziegelsteinhaufen und Betonbrocken recht wenig. Doch beim genauen hin sehen zeigt sich ein weit verzweigtes System aus teilweise unterirdisch verlaufenden Röhren und Gängen. Die Helfer des Ortsverbandes haben zusammen weit über 200 Stunden in den Ausbau dieser Übungsanlage investiert. Mit Hilfe des Helfervereins Leipzig konnte u.a. das benötigte Baumaterial finanziert werden.

Die gesamte Trümmerstrecke hat eine Länge von ca. 50 m, von etwa 13 m unterirdisch verlaufen. Neben den Kriechgängen, welche vornehmlich für Atemschutzgeräteträger von großem Interesse sind, kann man sich vom in die Strecke integrierten Übungsturm abseilen. Der Turm eignet sich gleichermaßen zur Simulation eines angeschlagenen Gebäudes, welches durch den im Ortsverband stationierten Einsatzstellen-Sicherungs-System-Trupp (ESS) auf Bewegungen überwacht wird. 

Die Einsatzkräfte können die Ortung, Rettung und den Transport von Personen aus unwegsamen Gelände realitätsnah üben. Das Anheben und Bewegen von schweren Trümmern spielt beim THW ebenfalls eine große Rolle. Daher wurden verschiedene Hindernisse aus Beton in die Strecke integriert. Etwas abseits der Trümmerstrecke befindet sich ein eher unscheinbarer Schacht, welcher zur Aufnahme von Baumstämmen vorgesehen ist. Damit ist es den Spezialisten vom THW möglich, Fällschnitte mit der Motorkettensäge zu üben.  

Bei der Planung und beim Bau der Anlage legten die Helferinnen und Helfer selbstverständlich großen Wert auf Sicherheit. So wurden die einzelnen Elemente so angeordnet, dass im Notfall nach spätestens zwei Metern ein Helfer bei einer übenden Person ist. Durch mehrere Rettungsöffnungen ist eine Evakuierung aus der Anlage jederzeit möglich. Einzelne Elemente wurden zusätzlich durch Verschraubungen gegen ungewollte Bewegungen gesichert.

Neben den eigenen Einsatzkräften nutzen zunehmend auch die Leipziger Feuerwehren und Sanitätsdienste die Anlage. In gemeinsamen Übungen werden dabei die eigenen Fähigkeiten gefestigt und sich somit bestmöglich auf Einsätze vorbereitet.


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