Werdeck, 27.11.2020, von Joshua Petzold

Einsatz zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest

Um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern; wird entlang der Landesgrenze zu Polen die im Frühjahr errichtete Wildbarriere durch einen strapazierfähigeren Zaun ersetzt. Dies rief das Technische Hilfswerk und weitere Behörden auf den Plan.

Im März 2020 ließ der Freistaat Sachsen eine bodennahe Barriere zur Grenze nach Polen errichten. Diese sollte verhindern, dass sich die Afrikanische Schweinepest (ASP) nach Sachsen ausbreitet. Nach dem Fund eines toten Wildschweines nahe Pechern (Oberlausitz), welches mit der ASP infiziert war, musste dieses erste Hindernis durch eine effektivere Abwehrmaßnahme ersetzt werden. Hierfür stellte das Sächsische Staatsministerium für Soziales ein Amtshilfeersuchen an das Technische Hilfswerk (THW).

Der regional zuständige Ortsverband Görlitz errichtete im Truppenlager Werdeck (Truppenübungsplatz Oberlausitz der Bundeswehr) zur Koordinierung der Maßnahmen eine Einsatzleitung. Ein erstes Aufbauteam erprobte seit dem 9. November 2020 das Aufbauen des Zaunes und testete die zur Verfügung stehenden Mittel. Zeitgleich transportierte das THW, das vom Freistaat Sachsen bereitgestellte Zaunmaterial von Ludwigsdorf ins Truppenlager Werdeck. Der Landesverband Sachsen/Thüringen startete eine Verfügbarkeitsabfrage aller Ortsverbände im Landesverband.

Ab dem 16. November 2020 kam somit auch der Ortsverband Leipzig zum Einsatz. Mit drei Fahrzeugen und 15 Einsatzkräften machten wir uns auf dem Weg nach Werdeck. Vor Ort wurden unsere Helferinnen und Helfer in die Lage eingewiesen und anschließend den Aufbaugruppen zugeordnet, welche mit den Aufgaben des Einrammens der Zaunpfähle in den Boden, Ausrollen und Einhängen des Zaunes sowie dem Fixieren am Boden mittels Erdnägel. Später kamen kleinere Trupps, die den Zaun ordnungsgemäß spannten und verschlossen. Täglich waren somit bis zu 60 Helfer damit beschäftigt den Zaun zu errichten. Am 20. November war der Einsatz für unsere Kräfte beendet und wurde in der darauffolgenden Woche fortgesetzt.

In der zweiten Woche nahmen sechs Einsatzkräfte mit vier Fahrzeugen unseres Ortsverbandes am Einsatz teil. Dabei wurde der Zaunbau fortgesetzt. Insgesamt konnte das THW mit den beteiligten Organisationen mehr als 46 Kilometer Zaun errichten. Das Projekt wurde Ende der Woche an die Landestalsperrenverwaltung Sachsen übergeben. Das THW wird bei der Logistik noch weiter unterstützten.

Der Zaunbau wird in den nächsten Monaten durch private Firmen fortgesetzt. Er soll im Norden an den Zaun von Brandenburg anschließen und im Süden bis zur Bundesautobahn 4 reichen. Geplant ist eine Erweiterung bis Zittau um den gesamten Grenzverlauf abzudecken.

Im Einsatz waren die Freiwillige Feuerwehr, zivile und militärische Einheiten der Bundeswehr und insgesamt 22 Ortsverbände aus dem Landesverband Sachsen/Thüringen. Wir danken der Bundeswehr für die Verpflegung und den beteiligten Organisationen für die gute Zusammenarbeit!


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